Kristjan Ilves: Der beste Este und sein goldener Traum

Für seinen Weg an die Weltspitze traf der beste Este in seiner Sportart 2019 eine starke Entscheidung. Seither trainiert er mit dem Norwegischen Nationalteam, sein sportlicher Lebensmittelpunkt ist Trondheim. Nichts belebt mehr als Konkurrenz. Vieles ist gelungen in Kristjans Karriere und ein goldener Traum will noch unbedingt gelebt werden: Deshalb vertraut Kristjan im WM-Winter auf Sprungski von VAN DEER-Red Bull Sports.
Der Traum vom ersten Sieg
Dass er seiner Intuition bei Karriere-Entscheidungen vertrauen kann, weiß Kristjan Ilves, seit er sich vor sieben Jahren in der Höhle der Löwen einquartiert hat. Seine Trainingsgruppe mit starken Konkurrenten im norwegischen Team hat nach eigener Aussage großen Anteil daran, es trotz schwieriger Ausgangssituation – Kombi-Standalone in Estland, anfängliche Defizite im Langlaufen – in die Weltelite der Nordischen Kombination geschafft zu haben:

Die Basis für seine Liebe zum Sport hatte Kristjans Vater, ein Biathlon Coach, daheim in Estland gelegt. Diese Heritage erklärt auch, warum er jetzt noch einmal etwas verändert. Kristjan Ilves ist 30 Jahre alt, hat vier Olympische Spiele bestritten und ist zwölfmal in einem Einzel-Weltcupbewerb auf dem Podium gestanden. Sechsmal wurde er Zweiter, sechsmal Dritter. Bloß in der Mitte des Siegespodests stand er noch nie. Dabei: Ein Sieg Kristjans wäre der erste estnische Weltcupsieg in der Geschichte der Nordischen Kombination. So eine Mission rechtfertigt jedes Engagement.
Mit neuem Ski zu alter Stärke
Deshalb fällt auch der Wechsel zu VAN DEER–Red Bull Sports nicht zufällig in diese Phase seiner Karriere. Jahrelang war Kristjan Ilves einer der stärksten Springer im Feld der Weltspitze. Das Langlaufen war hingegen der Teil der Kombination, in dem er sich über viele Jahre entwickeln musste. Das ist ihm gelungen – und zwar besser, als ihm von vielen zugetraut worden war. In den vergangenen Saisonen verschob sich sein sportliches Profil: Kristjan transformierte sich zum immer stärkeren Langläufer, während ausgerechnet auf der Schanze jene Konstanz verloren ging, die lange seine größte Stärke war.
Nach Olympia 2026 war deshalb nicht nur die Frage zu beantworten, ob es weitergeht, sondern auch wie. Wenn er seinen letzten großen sportlichen Traum realisieren will, muss das Springen wieder jene Selbstverständlichkeit bekommen, die es früher hatte. „Selbstvertrauen entsteht durch viele Wiederholungen, die man in der Vergangenheit gemacht hat“, sagt Ilves. „Durch Beständigkeit.“
Dort setzt seine Materialentscheidung an. Mit Vinzenz Geiger und Stefan Rettenegger hatten in der Vergangenheit schon zwei Spitzen-Kombinierer in das Athleten-Team von Marcel Hirscher und auf das Material von VAN DEER-Red Bull Sports gewechselt. Und deshalb ist der Wechsel für Kristjan Ilves kein Sprung ins Ungewisse: Material und Setup haben sich in seiner Disziplin bereits auf Weltklasse-Niveau bewährt.
Die alte Liebe ist noch da
Kristjans besondere Sprung-Qualitäten zeigten sich zuletzt ausgerechnet bei den Olympischen Spielen 2026. Im ersten Einzelbewerb führte er nach dem Springen, ehe er in der Loipe auf Rang sechs zurückfiel. „Im Wettkampf habe ich gelernt, dass es im Leben keine Abkürzungen gibt“, sagt er. Und überhaupt ist er zwar ein erfahrener, erfolgreicher Athlet, aber im Kopf noch immer hungrig nach Erfolg: „Man muss im Kopf ein bisschen verrückt sein, wenn man etwas erreichen will.“
Etwas erreichen will der beste Este bei der Nordischen Ski-WM 2027 in Falun. Der goldene Traum des Ausnahmeathleten:

Das wäre die Krönung seiner großartigen Karriere und für seine Heimat Estland wäre es ein Sportmoment für die Ewigkeit.



